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Warum Amazon Deal Events keine Resterampe sind

Weshalb Prime Day & Co. strategische Hebel sind – und keine kurzfristigen Rabattaktionen

Amazon Deal Events wie Prime Day oder Black Friday werden in vielen Unternehmen primär unter einem Gesichtspunkt diskutiert: der kurzfristigen Marge.

Rabatte werden als Zugeständnis wahrgenommen, Events als notwendiges Übel, teilweise sogar als „Geschenk an Amazon“.

Diese Sichtweise greift zu kurz, weil Deal Events auf Amazon eine andere Funktion erfüllen als klassische Schlussverkäufe.

Der Denkfehler: Deal Events mit Schlussverkauf gleichsetzen

Im stationären Handel oder im eigenen Shop erfüllen Rabattaktionen häufig eine klare Funktion: Lagerabbau, kurzfristige Liquidität und Abverkauf von Restbeständen

Diese Logik wird oft unreflektiert auf Amazon übertragen. Doch Amazon funktioniert nicht als Abverkaufsfläche, sondern als System, das Kaufwahrscheinlichkeiten optimiert. Deal Events sind deshalb keine Resterampe, sondern Phasen maximaler Daten- und Nachfrageverdichtung.

Warum Deals im Amazon-System anders wirken

Amazon belohnt nicht Rabatte an sich, sondern Performance unter realer Nachfrage.

Während Deal Events passiert genau das:

  • außergewöhnlich hoher Traffic
  • stark erhöhte Conversion
  • klare Signale zu Produktattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit

Je größer die Datenmenge, desto stärker sind die algorithmischen Effekte. Deal Events sind damit keine kurzfristige Maßnahme, sondern Beschleuniger innerhalb des Systems.

Deal Events als Hebel für Produktentwicklung und Markteintritt

Neben bestehenden Top-Produkten spielen Deal Events eine wichtige Rolle für:

  • die Etablierung neuer Produkte
  • das Beschleunigen von Ranking-Aufbau
  • das Generieren erster belastbarer Daten

Neue Produkte profitieren überproportional von der Kombination aus Deal-Badges, erhöhter Klickrate und gesteigerter Conversion.

Der kurzfristige Preisnachlass wird so zur Investition in langfristige Sichtbarkeit.

Warum Ranking- und AOV-Effekte häufig unterschätzt werden

Deal Events wirken nicht nur auf den Einzelverkauf. Typische systemische Effekte sind:

  • deutliche Steigerung von Klick- und Conversion-Raten
  • nachhaltige Ranking-Uplifts für Hero-Produkte
  • steigender durchschnittlicher Bestellwert, da Kunden sich eindecken

Diese Effekte wirken über das Event hinaus und verändern die Ausgangslage nach dem Aktionszeitraum spürbar.

Neukunden, Bewertungen und nachgelagerte Effekte

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Neukundengewinnung. Rabatte senken Einstiegshürden, machen Produkte für neue Zielgruppen attraktiv und erhöhen die Erstkaufwahrscheinlichkeit.

Höhere Abverkäufe führen zudem zu:

  • mehr Bewertungen
  • schnellerem Vertrauensaufbau
  • besserer Conversion nach dem Event

Der während Deal Events generierte Traffic bildet außerdem die Grundlage für wirksame Retargeting-Maßnahmen.

Auf einen Blick – Die Hebel von Deal Events

Stärkung der Marktposition: Produkte, die während Events sichtbar und wettbewerbsfähig sind, gewinnen Aufmerksamkeit, Marktanteile und Relevanz. Wettbewerber, die nicht teilnehmen, verlieren nicht nur Umsatz, sondern Sichtbarkeit.

Besonders Kernprodukte und Cash-Cow-ASINs profitieren von der erhöhten Nachfrage. Sie erhalten die Bühne, die notwendig ist, um ihre Position dauerhaft zu festigen.

Verbesserte Deckungsbeiträge: Das gewonnene Ranking geht bei konstanter Kundenzufriedenheit nach den Events nicht verloren und führt nachhaltig zu mehr Absatz bei regulärer Gewinnmarge.

Rabatte senken Einstiegshürden für Neukunden und erhöhen die Erstkaufwahrscheinlichkeit. Höhere Abverkäufe führen zudem zu mehr Bewertungen und besserer Conversion nach dem Event.

Deal Events sind Investitionen – keine Rabattschlachten

Amazon Deal Events sind kein Schlussverkauf und kein bloßer Margenkompromiss.

Sie wirken als strategische Hebel für Marktanteile, Sichtbarkeit und Neukundengewinnung und entfalten ihre Effekte weit über den Aktionszeitraum hinaus.

Eine rein kurzfristige Margenbetrachtung greift deshalb zu kurz. Zwar sinkt während der Events häufig die prozentuale Marge, gleichzeitig steigen jedoch oft der absolute Deckungsbeitrag sowie die organische Sichtbarkeit und damit die Grundlage für Folgeumsätze.

Wer Amazon als System versteht, ordnet Deal Events nicht als Kostenpunkt ein, sondern als gezielte Investition in Wachstum, Relevanz und Positionierung.

Voraussetzung: Saubere, operative Vorbereitung

All diese Effekte setzen eine Bedingung voraus: ausreichende Warenverfügbarkeit.

Out-of-Stock-Situationen während oder kurz nach Events konterkarieren die positiven Effekte und können Rankings nachhaltig schädigen.

Deal Events sind deshalb keine spontane Maßnahme, sondern erfordern eine saubere Bestandsplanung, Reserven im Eigenversand eine klare Priorisierung der teilnehmenden Produkte.

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